„gerätegestützte Physiotherapie der Beine und Arme von zu Hause“

Der Bewegungstrainer

Hintergrund

Bewegungstrainer sind therapeutische Bewegungsgeräte, die speziell für den Einsatz zuhause konzipiert sind und täglich zum Einsatz kommen können. Sie ermöglichen durch einen integrierten Elektromotor kreisförmige Bewegungen der Arme und der Beine (passive Bewegung). Bei erhaltener Muskelkraft kann ein Bewegungstraining mit eigener Muskelkraft (aktive Bewegung) der Beine und des Oberkörpers ermöglicht werden. Diese Hilfsmittel sind als Ergänzung zur Physiotherapie zu verstehen, da die Therapieeinheiten der Physio- und Ergotherapie zeitlich begrenzt sind. Mit Bewegungstrainern können die erhaltenen Muskelgruppen gestärkt, die Spastik reduziert, die Beweglichkeit der Gelenke erhalten, die Durchblutung gefördert sowie das Thrombose- und Arthroserisiko reduziert werden. Durch die Vermeidung von Kontrakturen, Arthrosen und Lymphödemen können Gelenk-, Kapsel- und Muskelschmerzen reduziert oder verhindert werden.

Funktion und Aufbau

Mit therapeutischen Bewegungstrainern stehen Hilfsmittel zur Verfügung, die eine gerätegestützte Physiotherapie der Beine und Arme in der Häuslichkeit ermöglichen. Therapeutische Bewegungstrainer für die Arme und Beine bieten, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Lähmung, einen aktiven oder passiven Modus der gerätegestützten Physiotherapie an.

Mit Bewegungstrainern können die erhaltenen Muskelgruppen gestärkt, die Spastik reduziert, die Beweglichkeit der Gelenke erhalten, die Durchblutung gefördert sowie das Thrombose- und Arthroserisiko reduziert werden. Durch die Vermeidung von Kontrakturen, Arthrosen und Lymphödemen können Gelenk-, Kapsel- und Muskelschmerzen reduziert oder verhindert werden

Therapieempfehlung

Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit einer Nutzung des Bewegungstrainers von 5-6 x pro Woche von je 20-30 Minuten.


Studie zur Anwendung eines Bewegungstrainers bei der ALS

In einer aktuellen Studie wurden 106 Patienten mit ALS (Frauen: 64%, n=68; Männer: 36%, n=38) analysiert, die mit einem therapeutischen Bewegungstrainer versorgt waren. Die Studie wurde von Februar 2019 bis Januar 2020 an neun spezialisierten ALS-Zentren in Deutschland durchgeführt.

In der Studie nutzte die Mehrheit der Patienten (60%) den therapeutischen Bewegungstrainer mindestens 5 Mal pro Woche. Fast 9% erhielten sogar über 10 Mal pro Woche eine gerätegestützte Physiotherapie. Lediglich 19% nutzten das Hilfsmittel nur mit 1 bis 2 Anwendungen pro Woche.

Zufriedenheit von Patienten mit dem therapeutischen Bewegungstrainer

Die Zufriedenheit mit dem therapeutischen Bewegungstrainer wurde durch die sogenannte Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit anhand des Net Promotor Score (NPS) ermittelt: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie den Bewegungstrainer, einem Freund (m/w) oder Kollegen (m/w), der an einer Spastik oder schlaffen Parese lei¬det, weiterempfehlen würden?“ Die Antworten erfolgten auf einer Skala zwischen 0 (absolut unwahrscheinliche Weiterempfehlung) und 10 (höchstwahrscheinliche Weiterempfehlung) Punkten.

Die Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit für den therapeutischen Bewergungtrainer wurde mit einem NPS von +61 Punkten (NPS-Skala -100 bis +100, >0 = positive Bewertung) bewertet. Das entspricht einer sehr hohen Zufriedenheit mit dem Hilfsmittel.


Studie Bewegungstrainer


Abbildung: Net Promoter Score (NPS) zur Zufriedenheit mit einem therapeutischen Bewegungstrainer, n=105

Nutzen der gerätegestützten Physiotherapie aus Sicht der Patienten

Aus den Erfahrungen der Patienten ergibt sich folgendes Bild zum Nutzen der therapeutischen Bewegungstrainer. Vier Behandlungsbereiche erreichen eine besonders hohe Zustimmung: Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens (98%), Verminderung des Gefühls der Bewegungslosigkeit, Verbesserung des Gefühls „etwas geschafft zu haben“ und Verminderung des Gefühls des „Einrostens“ (jeweils 97%). Die beiden Behandlungsziele Verminderung der Muskelsteifigkeit (92%) und Bewahrung der Muskelkraft (91%) erhielten ebenso eine hohe Bestätigung. Weitere wichtige Effekte sind in der folgenden Abbildung dargestellt.


Wirkung auf Nutzer



Abbildung: Subjektiver Nutzen der gerätegestützten Physiotherapie

Produktvorteile

  • Anpassbar: Auf jeden Körper und jedes Bedürfnis individuell einstellbar
  • Sicher: Sichern Sie Beine oder Arme mit wenigen Handgriffen
  • Modern: Behalten Sie alle Trainingseinstellungen unter Kontrolle, dank neigungsverstellbarer und blickwinkelunabhängiger Bedien- und Anzeigeeinheit
  • Intuitiv: Starten Sie das Training mit einem einzigen Tastendruck Beenden Sie das Training mit der eigenen Stimme
  • Motivierend: Trainieren Sie spielend leicht, dank motivierender Trainingsprogramme
  • Kostenübernahme: Die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung auf Basis einer ärztlichen Verordnung sowie einer Erprobung durch spezialisierte Versorger möglich

Voraussetzungen

Nutzer eines Bewegungstrainers können die folgenden Erkrankungen haben:

  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Muskeldystrophie
  • Parkinson-Krankheit
  • Rückenmarksverletzung
  • Andere Erkrankungen, die die Motorik der oberen und/oder unteren Extremitäten beeinträchtigen

Informationsmaterial über Bewegungstrainer zum Download