Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen bei Schmerzen?
Die ALS ist grundsätzlich keine schmerzhafte Erkrankung, da das sensible Nervensystem nicht betroffen ist. Dennoch kann es bei der ALS zu Schmerzen kommen. Lähmungen (Paresen) und Muskelschwund (Atrophien) können dazu führen, dass Gelenke, Sehnen und knöcherne Strukturen mechanisch stärker belastet werden sowie bewegungs- und lagerungsabhängige Schmerzen entstehen.
Durch Bewegungstherapie (z. B. Physiotherapie) und verbesserte Lagerungstechniken (z. B. Orthesen) sollen die Schmerzursachen reduziert werden. Wenn auf diesem Wege keine vollständige Schmerzlinderung möglich ist, können gezielt Medikamente eingenommen werden. Begonnen wird mit entzündungshemmenden Medikamenten (Diclofenac, Ibuprofen, Novalminsulfon u. a.). Die nächste Stufe der Schmerztherapie bilden opiathaltige Medikamente (Tramadol, Tilidin u. a.) bis hin zu Opiaten (Morphin, Fentanyl u. a.). Bei der Schmerztherapie müssen die Behandlungsziele (Schmerzreduktion) und die zu erwartenden Nebenwirkungen (z. B. Verstopfung oder Tagesmüdigkeit) abgewogen werden.
