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Wie häufig werden ALS-Patienten mit einer invasiven Beatmung behandelt?

In Deutschland bestehen große Unterschiede in der Häufigkeit einer invasiven Beatmung bei Menschen mit ALS. Auch unterliegt die Häufigkeit und Akzeptanz dieser Therapieoption einer Veränderung und Entwicklung. Seit den 1990er Jahren ist eine stetige Zunahme der invasiven Beatmung zu verzeichnen. Am ALS-Zentrum der Charité sind etwa 9 % aller Patienten mit einer invasiven Beatmung versorgt. Vor etwa 15 Jahren betrug der Anteil an Patienten mit einer Langzeitbeatmung über ein Tracheostoma unter 5 %.

Ein entscheidender Faktor zur Zunahme der Beatmungstherapie ist in der verbesserten Hilfsmittelversorgung (insbesondere Hilfsmittel für Kommunikation und Mobilität) zu betrachten. Durch eine verbesserte Hilfsmittelversorgung gelingt (trotz einer Beatmungstherapie) eine verbesserte soziale Teilhabe. Durch die stärkere Durchsetzung komplexer und moderner Hilfsmittel (und der damit verbundenen Steigerung von Teilhabe und Lebensqualität) ist zu erwarten, dass eine Lebensverlängerung durch Beatmung für einen steigenden Anteil an Betroffenen akzeptabel und anzustreben ist.

Die Abwägung gegen oder für eine invasive Beatmung ist komplex und von zahlreichen Faktoren bestimmt. So liegen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen sowie zwischen unterschiedlichen Bundesländern vor. Die genauen Faktoren für die regionalen Unterschiede in der Häufigkeit der invasiven Beatmung sind noch nicht geklärt und erfordern weitere Analysen. Grundsätzlich ist anzustreben, dass bundesweit einheitliche Kriterien für die invasive Beatmung bestehen, die sich an den Leitlinien der neurologischen Fachgesellschaften orientieren. Insgesamt kommt die invasive Beatmung bei einer kleineren Untergruppe zur Anwendung.

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