Was sind Symptome einer Atemfunktionsstörung?
Eine Schwäche der Atemmuskulatur kann sich in Form einer erhöhten Atemanstrengung (Dyspnoe) darstellen. Sie kann zunächst bei körperlicher Belastung (Treppensteigen, Laufen) auftreten (Belastungsdyspnoe). Bei einer fortschreitenden Atemfunktionsstörung können auch geringere körperliche Belastungen (z. B. das Ankleiden) mit einer Atemanstrengung verbunden sein. Weiterhin ist auch eine Atemanstrengung in Ruhe möglich (Ruhedyspnoe). Das Liegen stellt besondere Anforderungen an die Atemfunktion, da die Atemmechanik in der horizontalen Körperposition verändert ist. Das Zwerchfell bekommt weniger »Unterstützung« durch die Schwerkraft. Der Inhalt des Bauchraums (vor allem die »Magenblase«) kann die Beweglichkeit des Zwerchfells einschränken. In der Folge kann in der liegenden Position eine Atemanstrengung
entstehen, die als »Orthopnoe« bezeichnet wird.
In der ALS-Funktionsskala (ALSFRS-R) wird gesondert die Atemanstrengung bei Belastung und in Ruhe (Dyspnoe) sowie in der liegenden Position (Orthopnoe) erfragt. Neben der Atemanstrengung kann sich die Atemfunktionsstörung in einer Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder depressiven Verstimmung darstellen. Diese Symptome gehen auf die Anreicherung von Kohlendioxid im Blut zurück. Bei einigen Patienten macht sich die Anreicherung von Kohlendioxid im Blut bemerkbar, ohne dass die Atmung als körperlich anstrengend erlebt wird. Daher ist, neben der gezielten Frage nach einer Atemanstrengung (Dyspnoe und Orthopnoe), die Messung der Atemkapazität (Vitalkapazität, VK) von besonderer Bedeutung. Bei einer reduzierten Atemkapazität sollte daher eine Atemhilfe angeboten werden – auch wenn kein subjektives Erleben einer Atemanstrengung besteht.



