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Versorgungsmanagement im Hausbesuch – ein Modellprojekt
14.05.2024
Versorgungsmanagement im Hausbesuch – ein Modellprojekt
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Seit August  2022 wird in unserem Versorgungsnetzwerk ein sogenanntes aufsuchendes Versorgungsmanagement für Menschen mit ALS etabliert. In dem Modellprojekt werden Patientinnen und Patienten, die eine komplexe Versorgung benötigen aber wenig Unterstützung erhalten, von einem erfahrenen Hilfsmittelkoordinator aus unserem Fallmanagement zu Hause besucht. In dem Hausbesuch soll die Versorgungssituation genauer erfasst und individuell verbessert werden.

Wir bieten das aufsuchende Versorgungsmanagement in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen an. Für das Modellprojekt konnten wir Herrn Daniel Kufeld als Hilfsmittelkoordinator gewinnen. Herr Kufeld besitzt langjährige Erfahrung mit komplexen Hilfsmitteln und ist mit der Versorgung von Menschen mit schweren neurologischen Erkrankungen vertraut.

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Abbildung: Im aufsuchenden Versorgungsmanagement kümmert sich Daniel Kufeld darum, dass Patientinnen und Patienten eine passende Versorgung erhalten und ist Ansprechpartner für die Versorgung im Krankheitsverlauf.

Die Motivation

Die infolge der fortschreitenden motorischen Einschränkungen bei der ALS komplexer werdenden Versorgungsbedarfe treffen in der Praxis auf immer stärker ausdifferenzierte Versorgungsangebote. Hinzu kommen vielfältige Beratungsleistungen für spezifische Krankheitssymptome - all dies ist für Betroffene immer schwerer zu überblicken.

Das gilt auf der anderen Seite auch für die behandelnden Ärzte: Aus unserer wissenschaftlichen Publikation der Daten zur Hilfsmittelversorgung bei der ALS in 2015 geht hervor, dass in über 35% der dokumentierten Versorgungsprozesse eine unzureichende Versorgung mit Hilfsmitteln durch die einzelnen Akteure vorlag (Fachzeitschrift Nervenarzt August 2015)

Unser aufsuchendes Versorgungsmanagement soll in erster Linie dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten, die ihrer Situation entsprechenden relevanten Informationen erhalten und dabei unterstützen, eine passende Versorgung zu organisieren. Dabei ist das Versorgungsmanagement ein unabhängiger Vertreter der Patienteninteressen gegenüber den Krankenkassen und den Sanitätshäusern. Dafür steht Daniel Kufeld nach einem Hausbesuch als kontinuierlicher Ansprechpartner für Beratungs- und Problemlösungen zur Verfügung.

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Abbildung: Aufsuchendes Versorgungsmanagement mit Unterstützung durch Versorgungsalgorithmus. Der Algorithmus erstellt Versorgungsempfehlungen und erfasst Defizite in der Versorgung. Auf der Grundlage der Daten erfolgt die Entscheidung für einen Besuch in der Häuslichkeit der Betroffenen. Aufsuchendes Versorgungsmanagement in der Praxis

Für das Modellprojekt haben wir einen Versorgungsalgorithmus für Menschen mit ALS entwickelt. Der Versorgungsalgorithmus liefert zum einen Versorgungsempfehlungen für den Ausgleich motorischer Einschränkungen mit Hilfsmitteln und erfasst zum anderen Defizite in der Hilfsmittelversorgung. Die Empfehlungen entstehen durch die digitale Analyse von Mustern in der ALS-Funktionsskala (ALSFRS-R, ALS Functional Rating Scale Revised), die von Patientinnen und Patienten selbst – im Sinne einer „Selbstbewertung“ – erhoben wird. Versorgungsdefizite werden durch die Analyse von Versorgungsprozessen in unserem Netzwerk erkannt.

Die algorithmus-basierten Versorgungsempfehlungen und das Aufzeigen von Versorgungsdefiziten dienen als Unterstützung für die Entscheidung über die Notwendigkeit eines Besuchs in der Häuslichkeit. Nach der Besprechung der Versorgungsempfehlungen und der Versorgungsdefizite in unserem Fallmanagement wird die Entscheidung über einen Hausbesuch getroffen.

Mit der daten-basierten Entscheidung über einen Besuch in der Häuslichkeit, werden die Betroffenen – sofern sie dem zustimmen - von Daniel Kufeld besucht und beraten. Im Rahmen des Qualitätsmanagements erfasst Herr Kufeld die individuelle Versorgungssituation. Unser Fallmanagement überprüft im nächsten Schritt den Versorgungbedarf und teilt ihn den behandelnden Ärzten mit. Die Entscheidung für die Versorgung mit einem Hilfsmittel wird dann vom Arzt getroffen. Die Verantwortung für die Indikationsstellung einer Versorgung liegt somit unverändert beim Arzt.

Der Einfluss des aufsuchenden Versorgungsmanagements auf die Versorgungsqualität wird durch eine wissenschaftliche Analyse der Daten aus den Versorgungsprozessen untersucht. Unsere Hypothese ist, dass durch die Hausbesuche die Versorgung von Menschen mit ALS verbessern wird.

Wir bedanken uns für Ihr Interesse an dem Modellprojekt. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr Ambulanzpartner-Team

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Barbara Hildebrandt
Versorgungsmanagement

koordination@ambulanzpartner.de
Tel. 030-81031410