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Leistungsbeschreibung für die Nutzung des Ambulanzpartner Versorgungsportals durch internationale Medizinische Partner
Herausgegegeben am 1. Januar 2018
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.
Inhaltsverzeichnis
- Konzeptbeschreibung
1.1. Grundsätze
1.2. Medizinische Forschung
1.3. Prinzip der offenen Plattform - Beschreibung der Dienstleistungen
2.1. Patientenbewertungen
2.2. Versorgungskoordination
2.3. Datenmanagement
2.4. Dokumentenmanagement
2.5. Beschwerdemanagement - Beschreibung des Ambulanzpartner Versorgungsportals (APVP)
3.1. Nutzerrollen und Berechtigungen
3.2. Bereitgestellte Daten - Prinzip des mehrseitigen Nutzens
4.1. Nutzen für Patienten
4.2. Nutzen für medizinische Partner
4.3. Nutzen für Versorger
4.4. Gesamtgesellschaftlicher Nutzen - Gewährleistung des Datenschutzes und der Datensicherheit
- Unentgeltiche Bereitstellung und Finanzierung
- Konzeptbeschreibung
1.1. Grundsätze
Die Ambulanzpartner Soziotechnologie APST GmbH (nachfolgend „APST“) bietet Dienst-leistungen der medizinischen Forschung außerhalb und innerhalb von Deutschland an. Dienstleistungen im Versorgungsmanagements werden nur innerhalb von Deutschland angeboten. Die Dienstleistungen dienen einer verbesserten Forschung, Koordination, Kommunikation und Vernetzung zwischen Patienten (und ihren Angehörigen), Ärzten und medizinischen Fachangestellten in Praxen, Ambulanzen und Kliniken, Wissenschaftlern („medizinische Partner“ genannt) sowie Versorgern der Arzneimitteltherapie (Apotheken, Hersteller von Arzneimitteln und Medizinprodukten), Ernährungstherapie sowie Heil- und Hilfsmittelversorgern („Versorgungspartner“ genannt). Die Internetplattform „Ambulanzpartner Versorgungsportal“ (nachfolgend „APVP“) ist die Kommunikations- und Managementplattform, auf der die medizinische Forschung sowie die Versorgungskoordination digital unterstützt wird. Es verknüpft eine elektronische Versorgungsakte mit einer digitalen Prozesssteuerung zum Zwecke der medizinischen Forschung und des Versorgungsmanagements. Das Ambulanzpartner-Konzept (nachfolgt „AP-Konzept“) beinhaltet eine Kombination von Dienstleistungen mit der Internetplattform APVP.
Das Angebot zur Teilnahme am AP-Konzept beruht auf dem Wunsch und einer freiwilligen Mitwirkung des Patienten. Er hat zu jeder Zeit volle Mitwirkungsrechte und wird einzig im gewünschten Umfang unterstützt. Der Patient ist berechtigt, informiert und in der Lage, die Teilnahme an der medizinischen Forschung und dem Versorgungsmanagement der APST jederzeit und ohne Angabe von Gründen zu beenden.
Das AP-Konzept wird Patienten unter den folgenden, besonderen Bedingungen angeboten.
bei Erkrankungen mit besonderen Bedingungen:
• schwerwiegende Erkrankung
• komplexe chronische Erkrankung
• seltene Erkrankung
Das AP-Konzept wird auf Grund der Besonderheiten in den medizinischen Bedingungen und Versorgungsbedarfen insbesondere bei Patienten mit den folgenden Diagnosen und Syn-dromen zur Nutzung angeboten:
• Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
• Spinale Muskelatrophie (SMA)
• Spastische Spinalparalyse (SSP)
• Parkinson-Syndrom (schwerer oder besonderer Verlauf)
• Multiple Sklerose (schwerer oder besonderer Verlauf)
• Defektsyndrom nach Schlaganfall (schwerer oder besonderer Verlauf)
• Defektsyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma (schwerer oder besonderer Verlauf)
• dementielles Syndrom (schwerer oder besonderer Verlauf)
• Tetraparese
• Hemiparese
• Spastik-Syndrom
• Kachexie-Syndrom
• Dysphagie-Syndrom
Sofern der Patient am AP-Konzept teilnehmen möchte, werden die dafür notwendigen Unter-lagen der APST zur Verfügung gestellt. Auf Basis eines informierten Einverständnisses be-auftragt der Patient die APST, seine Daten für die medizinische Forschung, das Versorgungsmanagement oder einzelne Dienst-leistungen zu erbringen. Dazu unterzeichnet der Patient oder ein gesetzlicher Vertreter eine Einwilligungserklärung, in der die medizinische Forschung, das Versorgungsmanagement durch die APST sowie die Digitalisierung von personenbezogenen Daten auf der Internetplattform APVP autorisiert werden. Mit Vorliegen der notwendigen Erklärungen wird eine elektronische Versorgungsakte angelegt.
1.2. Medizinische Forschung
Im AP-Konzept wird ein dualer Ansatz verfolgt: Daten, die im Kontext der medizinischen Forschung und/oder des Versorgungsmanagements entstehen, werden – auf Basis eines informierten Einverständnisses der Patienten – für eine systematische Analyse der Versorgung und des Krankheitsverlaufs genutzt. Damit entsteht ein „Doppeleffekt“: die Digitalisierung von Versorgungsdaten auf dem APVP dient unmittelbar der Koordination der Versorgung und zugleich der medizinischen Forschung durch die Auswertung von „Routine-daten“ (Daten aus der Regelversorgung) und Patientenselbstbewertungsdaten. Alle Patienten, die das Versorgungsmanagement und die medizinische Forschung der APST in Anspruch nehmen, werden zudem eingeladen, an einem Register teilzunehmen, in der medizinische Daten der Medikamenten- und Ernährungsversorgung, der Hilfs-und Heilmittelversorgung, sozialmedizinische Daten und Patientenselbstbewertungsdaten zum Zwecke der medizinischen Forschung wissenschaftlich ausgewertet und publiziert werden. Die Einwilligung in die medizinische Forschung im AP-Konzept erfolgt auf Basis einer separaten Studieninformation sowie einer Einwilligungserklärung.
1.3. Prinzip des offenen Netzwerkes
Die Freiwilligkeit, die wahlweise Nutzung und die bedingungslose Möglichkeit zur Beendigung der Teilnahme sind Grundprinzipien des AP-Konzepts. Die Teilnahme stellt keine „Entweder-Oder“-Entscheidung dar. So können Versorgungen innerhalb des AP-Konzeptes koordiniert werden, während – parallel dazu oder zu einem anderen Zeitpunkt – andere Versorgungen außerhalb des AP-Konzeptes erfolgen können. Versorgungspartner können ohne formale Barrieren die Leistungen der APST in Anspruch nehmen oder die Teilnahme beenden. Die Gesamtheit der teilnehmenden Patienten, Versorgungspartner, medizinischen Partner und Koordinatoren wird als Versorgungsnetzwerk bezeichnet. Die Teilnahme der Patienten, Versorgungspartner und medizinischen Partner am AP-Konzept ist dynamisch und trägt den Charakter einer offenen Plattform.
- Beschreibung der Dienstleistungen
Die Dienstleistungen dienen der Kommunikation und Vernetzung zwischen Patient, Arzt und Versorgungspartnern und können gemeinsam oder in einzelnen Komponenten in Anspruch genommen werden. Die modulare AP-Dienstleistungsarchitektur besteht aus den folgenden Komponenten:
2.1. Patientenbewertungen
Der Patient oder von ihm autorisierte Personen haben die Möglichkeit ihren Krankheitsverlauf, Medizinprodukte und medizinische Dienstleistungen zu bewerten. Durch die Mitarbeit des Patienten kann ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung oder durch gezielte Verbesserungsvorschläge eine Optimierung zukünftiger Medizinprodukte, Behandlungen und Versorgungsprozesse erreicht werden. Das Assessment beinhaltet die Befragung von Patienten über das APVP, die ALS- und SMA-App, per Telefon oder per E-Mail.
Die Patientenbewertung umfasst die folgenden Leistungen:
• Erstellung von Interview-Dokumenten und Konfiguration von Interview-Software
• Durchführung von Telefonbefragung, Versendung von online-Assessments
• Auswertung von Patienten-Assessments
• Darstellung von Patienten-Assessments auf dem APVP und auf anderen Kommunikati-onswegen (Newsletter; Print-Medien, Publikationen)
2.2. Versorgungskoordination
Die Versorgungskoordination ist eine Dienstleistung, die von nicht-ärztlichen Koordinatoren der APST erbracht wird. Sie beinhaltet organisatorische Aufgaben bei der Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln sowie Medikamenten und Medizinprodukten.
2.3. Datenmanagement
Das Datenmanagement ist eine Dienstleistung, die von Koordinatoren und Datenmanagern erbracht wird. Es beinhaltet das Einholen Selbstbewertungsdaten, medizinischer Informationen und Versorgungsdaten sowie deren Digitalisierung und Bereitstellung gegenüber den Patienten und Versorgungspartnern sowie medizinischen Partnern. Das Datenmanagement umfasst die folgenden Leistungen:
• Digitalisierung von Stammdaten, medizinischer Daten und Versorgungsdaten in der Elekt-ronischen Versorgungsakte des APVP
• Auslesen von Arztbriefen und anderen medizinischen Dokumenten zur Erfassung und Di-gitalisierung von Diagnose-Daten gemäß ICD-10
• Auslesen von Arztbriefen und anderen medizinischen Dokumenten zur Erfassung und Di-gitalisierung von Versorgungsdaten und medizinschen Daten
2.4. Dokumentenmanagement
Das Dokumentenmanagement ist eine Dienstleistung, die von Koordinatoren und Datenman-agern erbracht wird. Es beinhaltet den Empfang, Erfassung, Archivierung und Bereitstellung von medizinischen Dokumenten. Das Dokumentenmanagement umfasst die folgenden Leist-ungen:
• Abholung und Postversand von Print-Dokumenten (z.B. Arztbriefe, Therapieberichte, Me-dikationspläne, Versorgungsanfragen, Erprobungsprotokolle)
• Scannen, Indexieren, Hochladen und Versionieren von Dokumenten (z.B. Arztbriefe, The-rapieberichte, Medikationspläne, Versorgungsanfragen, Erprobungsprotokolle)
• Erstellen, Umlauf und Versionierung von Dokumentvorlagen (z.B. Medikationspläne, Ver-sorgungsanfragen, Formulare)
- Beschreibung des Ambulanzpartner Versorgungsportals (APVP)
Die Internetplattform APVP (www.ambulanzpartner.de und www.als-center-apst.com) ist die digitale Kommunikations- und Managementplattform, über die sämtliche Dienstleistungen dokumentiert und gesteuert werden. Sie ist das Kommunikationsmedium zwischen den professionellen Koordinatoren, Medizinischen Partnern und Versorgungspartnern, um die medizinische Forschung sowie das Versorgungsmanagement zu bewerkstelligen. Die Nutzung dieser Plattform für Patienten und Medizinische Partner ist nicht erforderlich; sie ist optional und fakultativ. Patienten können die Dienstleistungen der medizinischen Forschung und des Versorgungsmanagements in Anspruch nehmen, ohne selbst die APVP-Software oder eine andere Computeranwendung zu nutzen. Demzufolge ist seitens der Patienten die Teilnahme am AP-Konzept auch ohne technische Kenntnisse und ohne Zugang zum Internet möglich. Patienten und medizinischen Partnern wird wahlweise die Möglichkeit gegeben, einen eigenen Zugang zum Internetportal APVP zu erhalten. Mit diesem Zugang erhalten die Patienten und medizin-ischen Partner die Option, die Organisations- und Kommunikationsprozesse einzusehen. Auf dem APVP werden patienten- und versorgungsbezogene Daten erfasst, die in 4.2 dargestellt werden. Für den Zugriff auf personenbezogene Daten wurden spezifische Zugriffsberechtigungen definiert, die in 4.1 beschrieben werden.
3.1. Nutzerrollen und Berechtigungen
Ein zentrales Merkmal des Datenschutzes ist die Begrenzung von Zugriffsrechten auf diejeni-gen Daten, die für die Nutzerrolle erforderlich sind. So kann nicht jeder Nutzer des AP-Portals alle dort gespeicherten Daten einsehen. Die Begrenzung des Datenzugriffs wurde für die folgenden Nutzergruppen spezifiziert.
3.1.1 Medizinische Partner und Versorgungspartner
• Sämtliche Daten im Portal derjenigen Patienten, für die ein Forschungs- oder Versorg-ungsauftrag besteht (keine Datenverfügbarkeit von Patienten, für die kein Handlungsauf-trag besteht)
3.1.2 Koordinatoren-Rolle
• Sämtliche Daten im Portal derjenigen Patienten, für die ein Forschungs- und/oder Koordinierungsauftrag besteht (keine Datenverfügbarkeit von Patienten, für die kein Forschungs- und/oder Koordinierungsauftrag besteht)
3.1.3 Netzwerk-Manager, Datenmanager und Administratorenrolle
• Vollständiger Datensatz aller patienten- und versorgungsbezogener Daten
• Vollständiger Datensatz aller Medizinischer Partner und Versorgungspartner
• Vollständige Daten von Patientenbewertungen (Umfrageverwaltung) und Teilnehmergrup-pen (Teilnehmerverwaltung)
3.2. Bereitgestellte Daten
Umfangreiche patienten- und versorgungsbezogene Daten werden auf Basis der detailierten Einwilligung des Patienten auf dem AP-Internetportal in einer systematischen Menüführung durch Freitext oder Auswahllisten erfasst und gespeichert. Die Datenfelder sind als Eingabe-optionen zu verstehen, die nicht bei jedem Patienten und jedem Versorgungsprozess erfasst werden.
| Datenkategorie | Datenfelder |
| Kontaktdaten | • Hauptadresse • Nebenadressen • Telefonnummern des Patienten (Listen) • Telefonnummern von Angehörigen und anderen autorisierten Personen (Listen) • Wohnraumart (Haus, Wohnung; Miete, Eigentum) • Wohnfläche mit Anzahl der Zimmer • Anzahl der Stufen bei vorhandener Treppe • Etagen • Vorhandensein eines Fahrstuhls • Barrierefreiheit |
| Soziales Profil | • Familienstand • Anzahl der Kinder • Wohn- oder Pflegeort (Auswahlmenü) • Beruf • zuletzt ausgeführte Tätigkeit • Pflegestufe • Leistungen der Pflegeversicherung • Patientenverfügung • Gesetzliche Betreuung • Generalvollmacht |
| Kostenträger | • Versicherungsnummer • Zuzahlungsbefreiung • Name der Krankenversicherung (Auswahlmenü) • Zuständige Filiale der Krankenversicherung • Postadresse der Krankenversicherung • Datum des Einlesens der Versicherungskarte |
| Medizinisches Profil | • Hauptdiagnose gem. ICD-10 (Auswahlmenü) • Nebendiagnosen gem. ICD-10 (Auswahlmenü) • Beatmungsversorgung (Auswahlmenü) • Ernährungsversorgung (Auswahlmenü) • Kontaktdaten und Anbieterprofil der medizinischen Ambulanzen, Praxen und Kliniken, Pflegeteams, Sozialstationen, Pflegeberatungen und sonstigen medizinischen Einrichtungen, die bei der Versorgung des Patienten beteiligt sind • Kontaktdaten und Anbieterprofil der Heil- und Hilfsmit-telversorger und Apotheken |
| Dokumente (Scans von Print-Dokumenten) | • Arztbriefe • Einwilligungserklärungen • Versorgungsanfragen • Versorgungserprobungsberichte • Medikationspläne • Therapieberichte • Überleitungsbögen • Vorsorgevollmacht • Patientenverfügung • Sonstige Dokumente |
| Heilmittelversorgung | • Laufende Heilmittelprozesse (Übersicht) • Abgeschlossene Heilmittelprozesse (Übersicht) • Ticketnummer des Heilmittels; Datum der Versor-gungsanfrage • Verordnung außerhalb des Regelfalls; Therapiebe-reich (Auswahlmenü) • Indikationsschlüssel (Auswahlmenü) • Art des Heilmittels (Auswahlmenü) • Verordnungsmenge (Einheiten) • Frequenzempfehlung (Auswahlmenü) • Therapiedauer in Minuten • Notwendigkeit von Behandlung im Hausbesuch • Therapiebericht • Leitsymptomatik für die Heilmittelversorgung • Therapieziele für die Heilmittelversorgung • Ausstellungsdatum • Datum des geplanten Behandlungsbeginns • Verordner des Heilmittels • Kontaktdaten des Verordners • Versorgungspartner des Heilmittels • Kontaktdaten des Versorgungspartners • Datum und Inhalt des Heilmittelbedarfs • Datum und Inhalt der Verordnungsanforderung des Versorgungspartners • Datum und Inhalt der Verordnungsanforderung an Arzt • Datum der Verordnungserstellung durch Arzt • Datum des Eingangs der Verordnung beim Versor-gungspartner • Datum des Behandlungsbeginns • Datum der Behandlungsbeendigung • Anzahl der geleisteten Behandlungseinheiten pro Woche • Datum und Begründung von Stornierung der Behandlung |
| Hilfsmittelversorgung | • Offene Hilfsmittelprozesse (Übersicht) • Abgeschlossene Hilfsmittelprozesse (Übersicht) • Produktbeschreibung; Ticketnummer • Person, die den Bedarf definiert hat • Hauptbedarf für Hilfsmittelversorgung; Hilfsmittel-gruppe • Produktbeschreibung des Hilfsmittels • Spezifikation des Hilfsmittels • Hilfsmittelname; Datum der Verordnung • Versorger des Hilfsmittels; Hersteller des Hilfsmittels • Verordner des Hilfsmittels • Kontaktdaten des Verordners • Datum des Versorgungsbedarfes • Datum der Versorgungsanfrage • Datum des Erstkontaktes zwischen Koordinator und Patient • Datum über Versorgungsanfrage • Datum und Inhalt des Erstkontaktes zwischen Patient und Versorgungspartner • Datum und Inhalt von Beratung und Erprobung des Patienten durch den Versorgungspartner • Datum der Rezeptanforderung durch Versorgungs-partner • Rezepttext der Hilfsmittelversorgung, Gruppe, Produkt, Spezifikation der Hilfsmittelversorgung • Datum der Rezeptanforderung an Arzt • Datum der Rezeptausstellung durch Arzt • Datum des Rezepteingangs beim Versorgungspartner • Datum des Kostenübernahmeantrags des Versor-gungspartners bei der Krankenkasse • Datum der Kostenübernahme • Datum der Ablehnung (falls zutreffend) |
| Medikation | • Abgeschlossene Medikation (Übersicht) • Aktuelle Medikation (Übersicht) • Ticketnummer des Medikamentes • Pharmazentralnummer (PZN) des Medikamentes (falls zutreffend) • Handelsname des Medikamentes • Inhaltsstoff des Medikamentes • Dosis des Medikamentes • Datum des Medikationsbeginns • Datum des Medikationsendes (falls zutreffend) • Dosierungsschema • Anwendungsgebiet (Indikation des Medikamentes) • Versorgungspartner (Apotheke) • Verordner des Medikamentes • Kontaktdaten des Verordners |
| Klinische Skalen | • Amyotrophic Lateral Sclerosis Functional Rating Scale revised (ALSFRSr) mit 12 Fragen • Amyotrophic Lateral Sclerosis Functional Rating Scale extended (ALSFRS-ex) mit 15 Fragen • Functional Ambulation Categories mit einer Frage • Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EQ-5D-5L9) mit 5 Fragen • Measure Yourself Medical Outcome Profile (MYMOP) • Net Promoter Score (NPS) mit einer Frage • Treatment Satisfaction Questionaire for Medication (TSQM) mit 9 Fragen |
- Prinzip des mehrseitigen Nutzens
Das AP-Konzept beruht auf dem Grundprinzip einer mehrseitigen Plattform („Multi-Sided-Platform“). In der Plattformstruktur liefern verschiedene Partner unterschiedlich Beiträge zur Plattform und generieren rollenspezifische Vorteile.
4.1. Nutzen für Patienten
Für Patienten und ihre Angehörigen besteht die Unterstützung in der Teilnahme an medizinischer Forschung sowie der Suche geeigneter Versorger und die Entlastung in den organisatorischen Aufwendungen im Vordergrund.
4.2. Nutzen für Medizinische Partner
Für Medizinische Partner, die an der medizinischen Forschung und/oder am Versorgungsmanagement der APST teilnehmen, entsteht der folgende Nutzen:
• Beförderung von Projekten der medizinischen Forschung (Kenntnisgewinn; Unterstützung von medizinischer Innovation)
• Stärkung eigener Kompetenzen durch Statistiken zur medizinischen Forschung und Versorgung
4.3. Nutzen für Versorger
Für Versorger der Medikamentenversorgung entstehen erhebliche Zeit- und Effizienzgewinne, die bei der Datenbeschaffung liegen. Weiterhin entstehen verschiedene Vorteile im Qua-litätsmanagement und der Stärkung von Differenzierungsmerkmalen.
4.4. Gesamtgesellschaftlicher Nutzen
Die Gesamtperspektive beschreibt den Nutzen der medizinischen Forschung und des Versorgungsmanagements, der über die Perspektive einer spezifischen Teilnehmergruppe (Patienten, Ärzte, Versorger) hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung und Entlastung von Patienten mit schweren und chronischen Erkrankungen durch eine innovative Dienstleistungsarchitektur.
5. Gewährleistung des Datenschutzes und der Datensicherheit
Die Internetplattform APVP wird durch die APST administriert, während die patientenbezo-genen Daten in einer geschützten Datenbank gespeichert werden. Die APST gewährleistet, dass die Anforderungen an den Datenschutz erfüllt werden. Zu diesem Zweck besteht eine Kooperation zwischen der APST und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Charité hat das Hosting der personenbezogenen Daten übernommen. Die Speicherung der Daten erfolgt in der Datensicherheitsarchitektur der Charité. Im strikten Unterschied zu jeglichen Formen von offenen Internetanwendungen ist das APVP streng vertraulich und nur für autorisierte Nutzer zugelassen. Der Patient hat ausdrücklich in die Nutzung seiner Daten zum Zwecke seiner ambulanten Versorgung eingewilligt. Die APST arbeitet ausschließlich mit medizini-schen Partnern und Versorgungspartnern zusammen, die einer Nutzung der Patientendaten zum Zwecke der medizinischen Forschung und einer strikte Einhaltung des Datenschutzes zu-gestimmt haben. Die Bedingungen des Datenschutzes werden in einer gesonderten Erklärung zum Datenschutz geregelt. Die Einwilligung in den Datenschutz durch Medizinische Partner ist eine Voraussetzung für die Nutzung der Internetplattform APVP.
6. Unentgeltliche Bereitstellung und Finanzierung
Für Patienten und ihre Angehörigen werden die Dienstleistungen und die Software der APVP unentgeltlich bereitgestellt. Die Leistungen der APST werden für Patienten aus den Gebühren der Versorgungspartner sowie aus anderen Erlösformen finanziert (Drittmittelfinanzierung der APST).
Die Leistungen der APST werden auch den medizinischen Partnern kostenlos zur Verfügung gestellt, da für diese Partner ein zusätzlicher Aufwand ohne entsprechenden wirtschaftlichen Vorteil festzustellen ist. Die Patienten und medizinische Partner tragen zur Finanzierung des AP-Konzeptes bei, indem sie der Erhebung und Nutzung von Daten der medizinischen Forschung (auf Basis einer informierten Einwilligung) zustimmen, die wissenschaftlich und wirtschaftlich von der APST verwertet werden (Drittmittelprojekte der APST). Für Versorgungs-partner ist die Inanspruchnahme der Dienstleistungen des Versorgungsmanagements sowie die Nutzung der Software APVP kostenpflichtig. Insgesamt folgt die Finanzierung des AP-Konzeptes dem „Shared-Value-Konzept“, in dem die Erlöse der APST (durch Gebühren der Versorgungspartner und Drittmittelfinanzierung) für die Schaffung eines gesellschaftlichen Mehrwertes (unentgeltliche Bereitstellung für Patienten) genutzt werden.
