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Welcher Nutzen ist von einer Maskenbeatmung bei der ALS zu erwarten?

Eine Maskenbeatmung wird bei der ALS initiiert, wenn Symptome der Atemschwäche entstehen oder Messparameter darauf hindeuten, dass eine Atemfunktionsstörung vorliegt. Die Erwartung an die Maskenbeatmung ist davon abhängig, welcher dieser beiden Ausgangspunkte vorliegt. Bei belastenden Symptomen der Atemanstrengung ist zu erwarten, dass durch die Anpassung der Atemmaske eine Linderung der Symptome erreicht wird. Durch die nächtliche Maskenbeatmung wird eine Entlastung der Atemmuskulatur bewirkt, sodass während des Tages ein Erholungseffekt und eine erleichterte Atmung spürbar ist.

Eine andere Wirkung der Maskenbeatmung entsteht in der liegenden Position oder im Schlaf. Das Atmen im Liegen kann erschwert sein (Orthopnoe) und das Tragen der Maske als unmittelbare Erleichterung erlebt werden. Durch die Verbesserung des Schlafes (mit einem verbesserten Gasaustausch sowie einer verminderten Kohlendioxidkonzentration im Blut) kann eine Tagesmüdigkeit abgebaut und ein »erfrischender Effekt« des Nachtschlafes wiederhergestellt werden. Weitere positive Effekte der Maskenbeatmung können eine verminderte bronchiale Schleimbildung beinhalten: Durch die verbesserte Belüftung der Atemwege und Entfaltung des Lungengewebes durch die Überdruckbeatmung kann ein Sekretverhalt in den Bronchien wieder reduziert werden. Diese Wirkung ist auch beim Einsatz eines Hustenassistenten zu erwarten. Bei Patienten, die eine Maskenbeatmung aufgrund von reduzierten Atmungsparametern beginnen (Vitalkapazität unter 70 %) und keine subjektiven Symptome aufweisen, ist dennoch ein positiver Effekt der Beatmungstherapie zu erwarten. In dieser Konstellation ist die Wirkung prophylaktisch zu verstehen.

Durch den frühzeitigen Einsatz einer Maskenbeatmung können die unerwünschten Effekte der Minderbeatmung (fehlende Entfaltung des Lungengewebes, Anreicherung bronchialer Sekrete; Verminderung des Gasaustausches und Anreicherung von Kohlendioxid) verhindert oder reduziert werden. Aus klinischen Studien zur Maskenbeatmung ist bekannt, dass ein frühzeitiger und konsequenter Einsatz einer Maskenbeatmung mit einer verbesserten Prognose (Lebenszeit und Lebensqualität) verbunden ist.

Diese positiven Auswirkungen der Maskenbeatmung sollten auch für Patienten, die keine Symptome der Atemfunktionsstörung erleben, eine »Motivation« darstellen, kontinuierlich und ausreichend (idealerweise mehr als acht Stunden pro Tag) die Maskenbeatmung einzusetzen.

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