Welche Hilfestellung geben Logopäden bei der Anpassung von Hilfsmitteln?
In der logopädischen Therapie werden Patienten mit Sprech- und Schluckstörung unterstützt. In dieser Situation kommen Hilfsmittel der unterstützenden Kommunikation zur Anwendung. Die Kommunikationshilfsmittel werden dem individuellen Bedarf angepasst und reichen von einem »einfachen« Tablet-Computer bis zu einem Kommunikationssystem mit Augensteuerung. Logopäden sind (gemeinsam mit Ärzten) daran beteiligt, die Grundsatzentscheidung für eine Kommunikationshilfe zu treffen und den geeigneten Zeitpunkt für eine entsprechende Versorgung zu finden. Logopäden sind durch den regelmäßigen Kontakt (mit wöchentlicher Therapie) mit dem Krankheitsverlauf und dem sozialen Umfeld des Patienten vertraut. Daher sind sie geeignet, einen beginnenden Hilfsmittelbedarf frühzeitig zu erkennen und die ärztliche Entscheidungsfindung zu unterstützen. Auch bei der Überwindung von emotionalen und psychologischen Barrieren auf dem Weg zur Hilfsmittelnutzung nehmen Logopäden eine wichtige Funktion ein.
Die Bereitstellung von Kommunikationshilfsmitteln erfolgt durch spezialisierte Versorgungsunternehmen, die über Ambulanzpartner, Selbsthilfegruppen oder Logopäden empfohlen werden. Im Team der Hilfsmittelversorger, die sich auf Kommunikationssysteme spezialisiert haben, sind zumeist Logopäden (zusammen mit Technikern) tätig. Die Geräteeinweisung in ein Kommunikationshilfsmittel wird durch den Hilfsmittelversorger übernommen. Dennoch kann im Verlauf der Gerätenutzung ein Schulungs- und Übungsbedarf entstehen, der durch die logopädische Praxis erfüllt werden kann. Aufgrund der Vielzahl der technischen Systeme und ständiger Weiterentwicklung kann die Mehrheit der Logopäden keine technische Unterstützung der bestehenden Hilfsmittel übernehmen.
Die Rolle der Logopäden besteht darin, offene Fragen und Probleme in der Hilfsmittelanwendung zu identifizieren und (gemeinsam mit dem Patienten) an den Hilfsmittelversorger weiterzuleiten. Bei einer fortschreitenden motorischen Funktionseinschränkung, müssen die Kommunikationssysteme an die veränderten Anforderungen angepasst werden. Für die Kommunikation des veränderten Bedarfs und die Abstimmung der Hilfsmittelversorgung zwischen Patient, Arzt, Hilfsmittelversorgern und Ambulanzpartner können Logopäden eine wichtige Rolle einnehmen.



