Welche Bedeutung hat ein Hustenassistent in der ALS-Behandlung?
Hustenassistenten (genannt: Mechanischer Insufflator-Exsufflator, MIE) wurden bereits in den 1990er Jahren etabliert. Ihre Bedeutung zur Behandlung der ALS wird, trotz der längeren Verfügbarkeit, noch unterschätzt. Die Anwendung eines Hustenassistenten ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme, wenn die ALS die Atemmuskulatur erreicht hat und eine Hustendefizienz (verringerte Fähigkeit, wirksam abzuhusten) vorliegt.
Bei der Anwendung des Hustenassistenten sind zwei Phasen zu unterscheiden: In einer ersten Phase wird vom Gerät über einen Schlauch und einer Maske ein starker Luftstrom in die Lungen produziert (Einatmen, genannt: Insufflation). In einer zweiten Phase erzeugt das Gerät einen plötzlichen und kräftigen Unterdruck (Ausatmen, genannt: Exsufflation). In der ersten Phase der Überdruckbeatmung werden damit die Rippen (und der gesamte Brustkorb) angehoben. Die Gelenke (und die damit verbundenen Gelenkkapseln, Sehnen und Muskeln) werden gedehnt (»Stretching« in den Gelenken zwischen Wirbelsäule und Rippen). Das gerätegestützte Einatmen ist weiterhin mit einer kräftigen Belüftung des Lungengewebes und zuvor verklebter Lungenareale (Atelektasen) verbunden. Die anschließende gerätegestützte Ausatmung dient in erster Linie dem Entfernen des Bronchialsekrets.
Insgesamt hat der Hustenassistent eine Bedeutung für die Unterstützung von drei Funktionen: 1) Die Beweglichkeit der Atemmuskulatur (Physiotherapie der Rippengelenke); 2) die verbesserte Belüftung des Lungengewebes (Abbau von Atelektasen) sowie 3) das unterstützte Abhusten von bronchialen Sekreten (Sekretmanagement). Die Mobilität des Brustkorbes und die Belüftung des Lungengewebes wird durch die Insufflation (kräftiger Luftstrom in die Lunge hinein) erreicht, während die Entfernung der Sekrete durch die Exsufflation (kräftiges und plötzliches Absaugen der Luft mit Unterdruck) produziert wird. In der Zukunft ist zu erwarten, dass die Methode der Hustenassisten



