Welche Anpassungen in der Nahrungsauswahl sind bei einer Schluckstörung bei der ALS zu beachten?
Bereits durch die Auswahl der Lebensmittel kann eine Erleichterung des Schluckens erreicht werden. Besondere Schwierigkeiten (bereits in der frühen Phase der Dysphagie) können beim Schlucken von Getränken und dünnflüssigen Speisen (z. B. von Wasser, Saft, Suppe) entstehen. Problematisch können auch Lebensmittel sein, die besonders trocken (z. B. Brot) oder krümelig sind (Gebäck, Nüsse, Knäckebrot etc.). Für die genannten Lebensmittel liegen keine allgemeinen »Gesetzmäßigkeiten« vor.
Es ist für jeden Patienten empfehlenswert (ggf. zusammen mit einem Logopäden), die Eignung einzelner Hilfsmittel zu probieren und die individuelle Verträglichkeit zu ermitteln. Die nachfolgenden Empfehlungen sind als generelle Erfahrungen zu verstehen, die von einer Vielzahl von Betroffenen beschrieben wurden. Insgesamt haben sich die folgenden Empfehlungen in der Auswahl von Lebensmitteln bewährt: Faserige Lebensmittel (z. B. Rhabarber und Spargel), säurehaltige Getränke (z. B. rote Fruchtsäfte) und Speisen (z. B. saure Gurken), kohlensäurehaltige Getränke (Brausen und kohlensäurehaltiges Mineralwasser), stark gewürzte und scharfe Speisen sollten vermieden werden, da die Gewürze die Speichelproduktion anregen und eine eventuell bestehende Sialorrhoe verstärken können.
Der Austausch von Fleisch zu Fisch ist empfehlenswert, da Fisch eine geeignete Konsistenz bei einer Schluckstörung aufweist. Hartkäse sollte zu Frischkäse ausgetauscht werden, da Frischkäse eine geeignete Konsistenz zeigt. Reis oder Nudeln sollten durch Kartoffeln oder Kartoffelpüree aufgrund der günstigen Konsistenz ersetzt werden. Kräuter und Gewürzstaub sind zu vermeiden, da sie an sich zu einer Reizung der oberen Atemwege und zu einem Verschlucken führen können. Klebrige Kost (z. B. Weißbrot) sollte vermieden werden.
Die individuelle Verträglichkeit bestimmter Nahrungsbestandteile (und die damit verbundene Vermeidungsempfehlung) hängt von der konkreten Betroffenheit ab. So kann die Verträglichkeit von trockenen und krümeligen Lebensmitteln oder die Entstehung einer Klebrigkeit von Nahrungsbestandteilen maßgeblich davon bestimmt sein, ob ein Mangel oder (häufiger) Überschuss von Speichel vorliegt.



