Was sind Spasmolytika?
Unter »Spasmolyse« ist die Auflösung (»Lyse«) von Spastik zu verstehen. Medikamente, die eine Reduktion der Muskelspannung bewirken, werden als Spasmolytika benannt. Baclofen und Tizanidin sind Spasmolytika, die bei der ALS regelhaft zur Anwendung kommen. Diese Medikamente wirken nicht unmittelbar an der Muskulatur, sondern innerhalb des Nervensystems. Dabei werden spezifische Nervenzellen aktiviert, die für die Absenkung der Muskelspannung verantwortlich sind.
Recht selten kommt ein Spasmolytikum zum Einsatz, das über einen anderen Mechanismus direkt an der Muskulatur wirkt. So führt das Medikament Dantrolen über eine Beeinflussung des Kalziumstoffwechsels der Muskulatur zu einer Absenkung der Muskelspannung. Dantrolen ist in seiner Handhabung und dem Nebenwirkungsprofil etwas komplexer, sodass dieses Medikament nur im Ausnahmefall eingesetzt wird. Botulinumtoxine sind im erweiterten Sinne ebenfalls als Spasmolytika zu betrachten. Es handelt sich um Medikamente, die mit einer feinen Injektionsnadel direkt in die Muskulatur appliziert werden und im Umfeld der Injektion zu einer Verminderung der Muskelspannung mit einer Dauer von drei bis vier Monaten führt.
Die grundsätzliche Entscheidung zur Spasmolytika-Therapie sowie die Auswahl des Medikamentes und der Dosierung erfordert eine fachärztliche Behandlung bevorzugt mit einer Erfahrung in der spezialisierten Spastik-Therapie.
