Was bedeutet Palliativmedizin?
»Pallium« ist ein lateinischer Begriff, der sich mit »Mantel« übersetzen lässt. Das Wesen der Palliativmedizin besteht darin, den Patienten bei einer schweren Erkrankung »zu ummanteln« und vor belastenden Symptomen zu schützen. Das palliativmedizinische Konzept ist vor allem dann bedeutsam, wenn eine Erkrankung nicht heilbar und das Entstehen der Symptome nicht abwendbar ist. In dieser Situation ist vordringlich, die Symptome zu kontrollieren, zu reduzieren oder zu lindern.
Bei der ALS können erhebliche Belastungen im Sprechen, Schlucken, Bewegen und Atmen entstehen, deren Herausbildung und Progression nicht verhindert werden kann. Durch verschiedene Behandlungen können die Symptome reduziert oder funktionelle Defizite kompensiert werden.
Beispiele für eine Symptomreduktion sind die Verminderung des unerwünschten Speichelflusses, von Spastik, Schmerzen sowie pathologischem Weinen/Lachen oder einer Harnblasenfunktionsstörung durch Medikamente. Ein Hauptsymptom, die Atemanstrengung oder belastende Verengung der Atemwege kann durch Medikamente, aber auch durch entlastende Medizintechnik (Maskenbeatmung, Hustenassistent) behandelt werden. Die Gesamtheit der Behandlungsmaßnahmen mit dem Ziel von Symptomkontrolle und Linderung ist als Palliativmedizin bei der ALS zu verstehen.
