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Wann ist eine Physiotherapie im Hausbesuch erforderlich?

Die Physiotherapie in einer Therapiepraxis hat verschiedene Vorteile, sodass die Entlastungen des Patienten im Hausbesuch gegenüber dem Nutzen einer Behandlung in der Praxis abzuwägen sind. In einem Therapiezentrum sind Räumlichkeiten und Behandlungsgeräte vorhanden (Therapiebänke, Therapiestehtische, Gangtrainer, Bewegungsbäder, Wärmepackungen), die den Behandlungsprozess unterstützen können. Auch die Anreise (und damit verbundene Tagesstruktur) kann einen therapeutischen Wert haben. Der Besuch in einem Therapiezentrum setzt eine Gehfähigkeit oder sonstige Mobilität voraus.

Bei einem Verlust der Gehfähigkeit sowie logistischen Schwierigkeiten (hoher Zeitaufwand, Notwendigkeit von Begleitpersonen, Sturzrisiko) verändert sich die Nutzen-Aufwand-Relation in der Abwägung zwischen einer Therapie in der Praxis und dem Hausbesuch: Bei einer Zunahme der Belastung aus Patienten-Perspektive ist ein Hausbesuch durch den Therapeuten zu bevorzugen. Auf der Heilmittelverordnung ist durch von dem verordneten Arzt das Bedarfsfeld des Hausbesuches anzukreuzen. Der Therapeut erhält für die Anreise eine geringe Vergütung, die den Aufwand des Hausbesuches kaum kompensieren kann, aber zumindest einen gewissen finanziellen Ausgleich schafft.

In der Abwägung zwischen Praxisbesuch (durch den Patienten) und Hausbesuch (durch den Therapeuten) ist individuell zwischen Patient, Therapeut und Arzt abzuwägen. Auch ist eine Kombination von beiden Besuchsformen möglich. Die jeweilige Wahl kann auch durch soziale Faktoren (Verfügbarkeit von Begleitperson für Praxisbesuch) oder die Therapieumstände (reduzierte Möglichkeiten der Anreise für eine Praxisbehandlung bei Winterwetter) bestimmt sein. In der Abwägung von Praxis- und Hausbesuch sollte maßgeblich sein, dass diejenige Behandlungsform gewählt wird, die ein Höchstmaß an Kontinuität der Therapie ermöglicht.

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