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Können motorische Einschränkungen bei der ALS durch eine Physiotherapie verbessert werden?

Die ALS ist eine fortschreitende Erkrankung, die mit einer Zunahme von Muskelschwund (Myatrophie), Lähmungen (Paresen) oder Muskelsteifigkeit (Spastik) verbunden ist. Der fortschreitende Charakter der ALS kann durch eine Physiotherapie nicht überwunden oder aufgehalten werden.

Dennoch ist durch eine intensivierte Physiotherapie eine Verbesserung bestimmter motorischer Funktionen über einen längeren Zeitraum, die Verminderung von Symptomen und die Abwendung von Komplikationen möglich. Durch eine Physiotherapie von betroffenen Armen und Beinen kann ein beschleunigter Abbau von Muskulatur vermieden und ein längerer Erhalt von Muskelfunktionen erreicht werden. Auch bei einer Spastiktherapie können mitunter Verbesserungen bewirkt werden. Mit einer spastiklösenden Physiotherapie kann die Muskelanspannung (der Muskeltonus) reduziert und die Funktionsfähigkeit der betroffenen Muskelgruppen verbessert werden. In bestimmten Situationen ist auch eine Verbesserung der Gangstabilität und eine Verlängerung der Gehstrecke möglich. Sehnenverkürzungen (Kontrakturen) und schmerzhafte Veränderungen von Gelenken (Arthralgien) können durch eine kontinuierliche, intensive und dauerhafte Physiotherapie verhindert, stabilisiert oder verbessert werden.

Ein wichtiges Ziel der Physiotherapie besteht in der Prävention von unerwünschten Folgen am Gelenk- und Bandapparat des Körpers. An dieser Stelle können die Physiotherapie (und der Einsatz von Bewegungstrainern) einen wichtigen Beitrag leisten und zur Verbesserung führen. Ohne eine körperliche Aktivität besteht ein Risiko für Sehnenverkürzungen, die Einengung von Gelenkkapseln und einem eingeschränkten Bewegungsradius in den Gelenken. Durch körperliche Aktivität (auch bei passiver Bewegung durch Therapeuten) lassen sich die unerwünschten Folgeerscheinungen am Bewegungsapparat einschränken.

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