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Wie kann die ALS-App bei der Hilfsmittelversorgung unterstützen?

Die ALS-App dient als direkte Verbindung zwischen Patienten und dem Ambulanzpartner-Versorgungsnetzwerk, das mit Sanitätshäusern und spezialisierten Herstellern für ALS-Hilfsmittel verknüpft ist. Über dieses Netzwerk werden Hilfsmittel bereitgestellt, die bei Defiziten des Sprechens und Schreibens (Kommunikationshilfen), der manuellen Funktion (Umfeldsteuerung und Armroboter) und der Bewegung des gesamten Körpers (Transfer- und Mobilitätshilfen) zum Einsatz kommen.

Über die ALS-App – und dem dahinterliegenden Versorgungsnetzwerk – wird auch Medizintechnik zur Unterstützung des Atmens (Beatmungsgeräte) und des Hustens (Hustenassistenten) versorgt. Die ALS-App steht auch mit Sanitätshäusern in Verbindung, die sich auf Bewegungstrainer und Therapiegeräte (therapeutische Bewegungsgeräte, Therapietische, Aufstehhilfen u. a.) spezialisiert haben. Der Bedarf an einem bestimmten Hilfsmittel kann über die ALS-App auf verschiedenen Wegen an die Koordinatoren von Ambulanzpartner übermittelt werden. Dafür steht ein Auswahlverzeichnis mit häufig genutzten Hilfsmitteln zur Verfügung. Alternativ kann die Bedarfsmeldung per E-Mail, über die Telefonfunktion der App oder über die integrierte Chat-Funktion erfolgen.

Ein besonderes Merkmal der ALS-App ist die automatische Generierung von Versorgungsempfehlungen. Diese basiert auf einem Algorithmus, der von ALS-Experten der Charité und anderen führenden deutschen Zentren entwickelt wurde. Grundlage hierfür sind die Antworten der Patienten auf der ALS-Funktionsskala, die mindestens einmal im Monat vom Patienten in der ALS-App ausgefüllt werden sollte. Abhängig von den dort angegebenen Symptomen und motorischen Einschränkungen wird eine personalisierte Versorgungsempfehlung erstellt.

Die Hilfsmittelversorgung über die ALS-App folgt einem klar strukturierten Ablauf des Ambulanzpartner-Versorgungsnetzwerks. Zunächst wird der gemeldete Bedarf durch die Koordinatoren geprüft. Nach Rücksprache mit dem Patienten leiten sie die Anfrage an den entsprechenden Versorger weiter. Dort erfolgt eine Bestätigung der Lieferfähigkeit, und falls erforderlich, eine Erprobung des Hilfsmittels. Anschließend wird der behandelnde Arzt kontaktiert, um die medizinische Notwendigkeit zu bestätigen und eine Verordnung auszustellen.

Für Patienten, die ihre Hilfsmittelversorgung über das Ambulanzpartner-Versorgungsnetzwerk koordinieren lassen, bietet die ALS-App eine Statusanzeige in der Kategorie „Meine Hilfsmittel“. Dort werden alle wesentlichen Schritte der Versorgung mit Datum und Erläuterung dokumentiert, darunter die Spezifikation des Hilfsmittels, der zuständige Versorger, der verordnende Arzt sowie der aktuelle Bearbeitungsstatus. Zudem erhält jedes Anliegen eine Ticketnummer, die eine eindeutige Zuordnung bei Rückfragen ermöglicht.

Insgesamt ist die ALS-App eine zusätzliche und „mobile“ Möglichkeit auf dem eigenen Smartphone, den Bedarf an Hilfsmitteln mitzuteilen, Empfehlungen für geeignete Hilfsmittel zu erhalten und die Verbindung zum Ambulanzpartner-Versorgungsnetzwerk herzustellen.