Bei der ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) wird Ipratropiumbromid-Mundspray (IPRA-Spray) symptomatisch zur Behandlung einer unzureichenden Speichelkontrolle (Sialorrhö) infolge einer Schluckstörung eingesetzt. Bei Betroffenen entsteht die Sialorrhö meist nicht durch eine gesteigerte Speichelproduktion, sondern durch eine bulbäre Schwäche mit eingeschränkter Zungen-, Mund- und Schluckfunktion. Dadurch sammelt sich normal produzierter Speichel im Mund an und kann herauslaufen oder aspiriert werden.
Ipratropiumbromid ist ein Anticholinergikum (Muskarinrezeptor-Antagonist). Es hemmt die parasympathisch vermittelte Aktivität der Speicheldrüsen und reduziert dadurch die Bildung von vor allem wässrigem Speichel. Beim Mundspray wird diese Wirkung gezielt genutzt, um den Speichelfluss zu vermindern.
Das Therapieziel ist nicht die Behandlung der ALS selbst, sondern die Reduktion des Speichelflusses und damit weniger Speichelansammlung im Mund und eine bessere Kontrolle der oralen Sekrete.
