Was sind Faszikulationen?
Faszikulationen sind unwillkürliche Bewegungen einzelner Muskelfasern, (Muskelzuckungen), die unter der Haut erkennbar sind, aber zu keinem Bewegungseffekt des gesamten Muskels führen. Sie sind nicht spezifisch für die ALS, sondern ein weitverbreitetes Symptom, das bei verschiedenen, auch gutartigen Erkrankungen, aber auch bei gesunden Personen auftreten kann.
Bei der ALS treten die Faszikulationen zumeist am gesamten Körper und mit hoher Intensität auf. Faszikulationen treten insbesondere im frühen Verlauf der ALS auf. In seltenen Konstellationen werden Faszikulationen vor dem Auftreten von Myatrophie und Paresen bemerkt. Das Vorliegen von Faszikulationen in isolierter Weise, ohne gleichzeitigen Nachweis von Paresen und Myatrophie, rechtfertigt nicht den Verdacht auf eine ALS.
Insgesamt sind Faszikulationen ein häufiges Phänomen, das überwiegend unspezifisch und häufig in der Allgemeinbevölkerung vorkommt (»gutartige Faszikulationen«). Weiterhin können sie im Zusammenhang mit spezifischen neurologischen Erkrankungen (pathologische Faszikulationen) auftreten. Durch diese doppelte Bedeutung von Faszikulationen entstehen häufige, zumeist unberechtigte Sorgen vor ALS. Faszikulationen, die über mehrere Monate vorhanden sind und keine weiteren neurologischen Begleitsymptome aufweisen (Muskelschwund, Lähmungen, Reflexsteigerung oder Spastik) machen das Vorliegen einer ALS sehr unwahrscheinlich.
