Was sind die Prognosefaktoren der ALS?
Der Verlauf der ALS ist sehr unterschiedlich und individuell. Die Entwicklung der Symptome wird von der konkreten Verlaufsform der ALS bestimmt, die beim Betroffenen vorliegt (typische ALS, spastische Variante der ALS, Progressive Muskelatrophie, Primäre Lateralsklerose, Flail-Arm-Syndrom, Flail-Leg-Syndrom, axiale ALS, Progressive Bulbärparalyse). Auch innerhalb aller Varianten der ALS ist eine unterschiedliche Dynamik des Verlaufes möglich. Eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen einem schnellen, mittleren oder langsamen Krankheitsverlauf ist möglich. Dabei wird berücksichtigt, mit welcher Dynamik die motorischen Symptome fortschreiten. Von besonderer Bedeutung ist die Ausbreitung von Lähmungen (und damit verbundenen motorischen Defiziten) von einer betroffenen Körperregion auf eine nachfolgende Region (Ausbreitungsdynamik).
Die Entwicklung der motorischen Defizite wird anhand der ALS-Funktionsskala (englisch: ALS Functional Rating Scale, ALSFRS-R) ermittelt. Weitere Verlaufskriterien sind die Entwicklung des Körpergewichtes (Body-Mass-Index), der Atemkapazität (englisch: Slow Vital Capacity, SVC), des Hustenstoßes (englisch: Peak Cough Flow, PCF) und des Biomarkers Neurofilament Light Chain (NfL). Eine Vorhersage des ALS-Verlaufes setzt eine Berücksichtigung, Interpretation und Abwägung einzelner Faktoren und ihrer Kombination voraus. Die Einschätzung des individuellen Verlaufes erfolgt durch Neurologen, die sich zur Diagnose und Behandlung der ALS spezialisiert haben.
