Was ist ein Aktivrollstuhl?
Zwischen Rollstühlen bestehen große Unterschiede, die im Wesentlichen durch die Zielstellung des Rollstuhls begründet sind. Ein Aktivrollstuhl setzt die eigene »Aktivität« des Patienten voraus, indem er selbst den Rollstuhl mit der Armkraft bewegen kann. Auch ist eine aktive Haltung des Rumpfes (Rumpfstabilität) des Patienten vorhanden, um einen Aktivrollstuhl zu nutzen. Es handelt sich um einen leichten und faltbaren Rollstuhl, der für die Fahrt mit eigener Muskelkraft (Armkraft) ausgerichtet ist.
Aktivstühle sind erkennbar an der besonderen Ergonomie, der Verwendung gewichtssparender Materialien und Räderstellung, die für das Fahren aus eigener Kraft optimiert sind. Dieser Rollstuhl ist abzugrenzen von den weitverbreiteten »Schieberollstühlen«, die überwiegend für das Schieben eines Patienten durch Dritte vorgesehen sind. Aktivrollstühle sind für die Fertigung mit weit höheren Kosten verbunden als die genannten Schieberollstühle.
Aktivrollstühle werden bei der ALS recht selten verwendet, da im Krankheitsverlauf mit Einschränkungen der Armfunktionen und einer Rumpfinstabilität zu rechnen und damit die längerfristige Nutzung nicht realistisch ist. Sie werden zumeist bei anderen Erkrankungen eingesetzt, bei denen die Symptomatik auf die unteren Extremitäten begrenzt bleibt (z. B. bei der Spastischen Spinalparalyse).



