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Was ist eine Lymphdrainage?

Eine Muskelschwäche (Parese) kann zu einem Lymphödem führen kann. Bei einem Lymphödem handelt es sich um die Einlagerung von Gewebsflüssigkeit (Lymphe) im Zwischenzellraum der Arme und Beine. Die Anreicherung der Lymphflüssigkeit entsteht durch ein Ungleichgewicht in der Durchblutung einer Körperregion. Der Einstrom des Blutes in eine Extremität erfolgt durch arterielle Blutgefäße, die über eine Muskulatur in der Gefäßwand verfügen (»Puls«). Der Einstrom des Blutes wird durch den Puls und den (im Vergleich zu den Venen) erhöhten Gefäßdruck innerhalb der Arterien bedingt. Der Abtransport des Blutes aus den Extremitäten erfolgt über Venen, die wiederum über eine schwach ausgeprägte Gefäßwandmuskulatur verfügen. Der Abtransport des Blutes wird durch die umgebende Arm- und Beinmuskulatur befördert. Tatsächlich liegen die Venen in räumlicher Nähe zur Muskulatur. Die Muskelbewegungen führen dazu, dass die benachbarten Venen komprimiert und zum Körper hin ausgepresst werden. Diese Verbindung zwischen Venen und Muskulatur wird als »Venen-Muskel-Pumpe« bezeichnet.

Bei einer motorischen Funktionsstörunng kommt es (bedingt durch die Lähmungen der Muskulatur) auch zu einer Reduktion der Venen-Muskel-Pumpe. In der Folge wird mehr Blut in die Extremität hineintransportiert als über die reduzierte Muskel-Venen-Pumpe abtransportiert werden kann. Infolge des Ungleichgewichts entsteht das Lymphödem, das zu einer deutlichen Schwellung von Händen, Füßen, Unterarmen oder Unterschenkeln führt. Die Lymphdrainage ist eine Form der physikalischen Entstauungstherapie, mit der die Lymphflüssigkeit in Richtung des Rumpfes befördert und damit das Lymphödem reduziert wird.

Mit speziellen Handgriffen bewirkt der Physiotherapeut die Eigenbewegung der Lymphgefäße (manuelle Lymphdrainage). Die Massage (Drainage) wird einmal bis mehrmals pro Woche durchgeführt, der therapeutische Effekt hält zumeist 24 Stunden an. Ergänzend werden Kompressionsbandagen angelegt, um den Drainageeffekt zu verlängern. Neben der manuellen Lymphdrainage kommen Kompressionsbandagen oder Kompressionsstrümpfe zur Anwendung. Mit Kompressionsbandagen werden die betroffenen Arme und Beine umwickelt. Durch die Kompression wird der Abtransport der Lymphflüssigkeit unterstützt. Bei schwerwiegenden Lymphödemen wird die Kompressionstherapie mit einer Bandage begonnen, um im weiteren Verlauf die Therapie mit Anpassung von Kompressionsstrümpfen weiterzuführen.

Die Lymphdrainage ist erforderlich, da das Vorliegen von Lymphödemen (neben der schmerzhaften Schwellung) mit besonderen Risiken verbunden ist. Die Verletzung einer Extremität mit Lymphödem muss verhindert werden, da die Fähigkeit zur Wundheilung und die Infektabwehr durch die Schwellung der Extremität reduziert sind. Die Lymphdrainage wird überwiegend durch Physiotherapeuten durchgeführt und ist häufiger Bestandteil einer Physiotherapie, die aus einer Krankengymnastik, Massage, Wärmetherapie und Lymphdrainage besteht. Die Lymphdrainage wird, analog zu anderen Formen der Physiotherapie, von einem Arzt auf einem Heilmittelrezept verordnet und in einer Physiotherapiepraxis realisiert.

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