Welches ALS-Risiko haben meine Kinder?
Die Frage des Risikos, die ALS auf die eigenen Kinder zu übertragen, hängt wesentlich davon ab, ob eine sporadische oder familiäre (erbliche) Form der ALS vorliegt. 95 % aller Patienten mit ALS weisen eine »sporadische« Erkrankung auf – andere Familienmitglieder mit ALS sind nicht bekannt.
Bei weiteren 5 % aller Betroffenen liegen (nach dem heutigen Stand der Wissenschaft) genetische Veränderungen vor – auch ohne Familiengeschichte einer ALS. Bei Patienten ohne genetische Veränderungen (etwa 90 %) ist das Risiko für Nachkommen von ALS-Patienten gering, ebenfalls an einer ALS zu erkranken. Möglicherweise ist das Risiko etwas höher als in der »Normalbevölkerung«. Nur bei der familiären (erblichen) Form der ALS und bei Patienten mit Nachweis einer genetischen Veränderung (Mutation in einem ALS-Gen) lässt sich ein Risiko zur Übertragung der ALS auf die Nachkommen genauer bestimmen. Das Übertragungsrisiko wird maßgeblich vom Stammbaum (»Erbgang«) und dem spezifischen veränderten Gen (Art des Gens und der Mutation) bestimmt.
Die Ermittlung des Risikos setzt eine humangenetische Analyse der Familienkonstellation, eine molekulargenetische Diagnostik und eine Interpretation aller vorliegenden Informationen durch einen Facharzt für Humangenetik voraus. Eine pauschale Aussage für das Risiko auf die Nachfolgegenerationen ist nicht gerechtfertigt.



