Kann sich die ALS-Progressionsrate im Verlauf der ALS verändern?
Die Progressionsrate der ALS (ALSPR) bleibt im Krankheitsverlauf relativ konstant. Bei einer langsameren Progression kommt es nur selten zu einer plötzlichen Beschleunigung, ebenso wie eine deutliche Verlangsamung bei schnellerem Verlauf ungewöhnlich ist. Die „Grundgeschwindigkeit“ der Erkrankung weist meist nur geringe Schwankungen auf und ist vor allem im frühen und mittleren Verlauf erkennbar. Im fortgeschrittenen Verlauf kann die ALSPR scheinbar abnehmen – ein methodischer Effekt, der als „floor“-Effekt (floor, engl., der Boden) bezeichnet wird. Dieser tritt auf, wenn bei ausgeprägtem motorischem Defizit nur noch minimale Änderungen auf der ALS-Funktionsskala (ALSFRS-R) messbar sind. Insbesondere nach Beginn einer invasiven Beatmung wird häufig der niedrigste Skalenwert erreicht, wodurch die Progression nur unzureichend abgebildet wird.



