Welche Nebenwirkungen haben Spasmolytika?
Bei einer Spastik ist die Behandlung mit Spasmolytika gegenüber den möglichen Nebenwirkungen abzuwägen. Vor Beginn einer Medikamentenbehandlung sind die Möglichkeiten der Physiotherapie und therapeutischer Bewegungsgeräte zu nutzen. Die Herausforderung der Spasmolytika-Therapie besteht darin, eine geeignete Dosierung zu identifizieren, die zu einer Verminderung der Muskelspannung ohne bedeutsame Nebenwirkungen führt.
Die hauptsächlichen Nebenwirkungen liegen in einer übermäßigen Erschlaffung der Muskulatur (überschießender »Weichmacher«-Effekt). Diese Nebenwirkung ist typisch für die ALS, da neben der Spastik auch zusätzlich eine Muskelschwäche (Parese) und ein Muskelschwund (Myatrophie) vorliegen kann. Durch Spasmolytika kann (im Sinne einer Nebenwirkung) die ALS-bedingte Parese (Muskelschwäche) verstärkt werden. Im ungünstigen Fall kann bei einer Spasmolytika-Therapie die Muskelspannung zwar erfolgreich reduziert, aber zugleich die Muskelschwäche hervorgehoben werden. In dieser Konstellation sollte – in Abwägung beider Symptome – auf die Spasmolytika-Therapie verzichtet werden.
Weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen der Spasmolytika betreffen Übelkeit, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Alle genannten Nebenwirkungen sind häufig, aber nicht in jedem Fall zu erwarten. Diese Nebenwirkungen sind in jedem Fall rückläufig, sofern die Dosis reduziert oder das Medikament vollständig abgesetzt wird.
