Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen bei einer Schlafstörung?
Der Schlaf kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Im frühen Verlauf der ALS, unmittelbar nach Mitteilung von Diagnose und Prognose, befinden sich die meisten Menschen mit ALS in einer emotionalen Belastungssituation. Diese kann mit einer Schlafstörung verbunden sein. In dieser Situation kommen etablierte Schlafmedikamente (Hypnotika) zur Anwendung. Ist die Schlafstörung mit einer Depression verbunden, kann auch die Behandlung der Depression (z. B. durch Antidepressiva) zu einer Verminderung der Schlafstörung führen.
Neben den psychologischen Gründen einer Schlafstörung können auch körperliche Beschwerden den Schlaf beeinträchtigen. Faszikulationen sind nicht schmerzhaft, können aber störend sein und den Schlaf beeinträchtigen. Allein die eingeschränkte Beweglichkeit der Extremitäten und des Rumpfes (bequeme Lagerung des Körpers und Umdrehen im Bett) haben einen erheblichen Einfluss auf die Schlafqualität. Auch eine Verminderung der Atemfunktion steht in Beziehung zum Schlaf: Das Atmen im Liegen kann mit einer besonderen Atemanstrengung verbunden sein (Orthopnoe) und das Schlafen in sitzender Position oder die Nutzung eines Atmungsgerätes (Maskenatmung) notwendig machen. Die Anreicherung von Kohlendioxid im Blut (durch reduzierte Atemfunktion) kann den Schlafzyklus stören (»Fragmentierung« des Schlafes). In diesem Zusammenhang kann die Anpassung einer Beatmungsmaske einen wichtigen Beitrag leisten, die Schlafstörung zu reduzieren.
Insgesamt sind zahlreiche Maßnahmen notwendig und möglich, um eine Schlafstörung abzuwenden sowie die Dauer und die Qualität des Schlafes zu erhalten (direkte Beeinflussung: Hypnotika, Antidepressiva, Schmerzbehandlung, Mobilitäts- und Lagerungshilfen, Atemhilfen; indirekte Beeinflussung: Physiotherapie, therapeutische Bewegungsgeräte). Die wirksame Behandlung einer Schlafstörung erfordert die Ermittlung und gezielte Reduktion der sehr unterschiedlichen Ursachenfaktoren.
