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Stimmt es, dass die Augenmuskulatur auch betroffen sein kann?

Selten können die Augenmuskeln bei der ALS betroffen sein. Grundsätzlich bleibt die Beweglichkeit der Augen im gesamten Verlauf der ALS intakt. Bei deutlich weniger als 5 % aller Menschen mit ALS kann die Bewegung der Augen nach oben und unten (vertikale Blickwendung) eingeschränkt sein. Diese Einschränkung der Augenbeweglichkeit ist zumeist mit einem Bulbärsyndrom verbunden.

In einer anderen, ebenfalls seltenen Konstellation kann es zu einer fortschreitenden Einschränkung der Augenbewegung und des Lidschlusses kommen. Die Lähmung der Augenmuskulatur wird bei Patienten beobachtet, die eine Langzeitbeatmung (zumeist über ein Tracheostoma) erhalten und einen sehr schweren ALS-Verlauf aufweisen. Bei einer anhaltenden Beatmung kann es auch zu einem hochgradigen oder vollständigen Verlust der Augenbewegung kommen (Ophthalmoplegie). In dieser Situation ist das Gesichtsfeld eingeschränkt, da die Augen keine Folgebewegungen realisieren können. Durch einen reduzierten Lidschlag besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit der Austrocknung der Augenoberfläche (mit der Notwendigkeit einer Augenklappe oder der Auftragung von Augensalben). Insgesamt ist davon auszugehen, dass im natürlichen Krankheitsverlauf – ohne Durchführung einer Langzeitbeatmung – die Augenbewegung erhalten bleibt.

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