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Kann eine Borrelien-Infektion eine ALS verursachen?

Die Verursachung einer ALS durch eine Borrelien-Infektion ist seit den 1980er Jahren (dem Zeitpunkt der Erstbeschreibung von Borrelien) vermutet und diskutiert worden. Bisher ließ sich ein Zusammenhang zwischen Borrelien-Infektion und ALS nicht sichern. Die Borrelien-Infektion betrifft überwiegend die Haut und Gelenke, in seltenen Fällen kann auch das Nervensystem befallen werden (Neuro-Borreliose). In dieser Konstellation kommt es zu Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Paresen von Nerven und Nervenwurzeln. In der Liquordiagnostik lassen sich Entzündungszeichen feststellen, die auf eine Abwehr der Borrelienerreger durch das Immunsystem hinweisen. Das Krankheitsbild der ALS unterscheidet sich von den typischen Symptomen der Neuroborreliose (bei der ALS keine Sensibilitätsstörung sowie keine Betroffenheit der Haut und Gelenke).

Auch die Liquordiagnostik bei der ALS ist ohne Entzündungszeichen. Durch die unterschiedlichen körperlichen Symptome und die Ergebnisse der Liquordiagnostik ist eine Differenzierung zwischen beiden Erkrankungen meist unproblematisch. In sehr seltenen Konstellationen ist eine Abgrenzung zwischen beiden Erkrankungen schwierig. In dieser Konstellation ist eine Antibiotikatherapie gerechtfertigt, die bei der Neuroborreliose gut wirksam ist.

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