Ist die ALS eine Autoimmunerkrankung?
Bisher ließen sich keine typischen immunologischen Störungen feststellen, obgleich auf diesem Gebiet eine intensive Forschung erfolgt ist. Auch wiederholte Versuche, mit immunologischen Medikamenten die Erkrankung zu beeinflussen, blieben bisher ohne Erfolg.
Allerdings bezogen sich die bisherigen Therapieversuche zumeist auf Einzelbehandlungen oder kleine Untersuchungsserien. Dabei wurden Behandlungen mit einem breiten Spektrum durchgeführt – mit intravenösen Immunglobulinen, Interferonen, Kortison, Thalidomid, Anakinra, Glatirameracetat und verschiedenen anderen Substanzen. Zusätzlich wurden invasive Verfahren getestet, um das Immunsystem zu verändern und einen Neustart der Immunabwehr zu ermöglichen. Dazu zählten eine Ganzkörperbestrahlung oder eine Chemotherapie mit anschließender Knochenmarktransplantation.
In den beschriebenen Einzelfällen konnte keine offensichtliche Wirksamkeit der Immuntherapie dargestellt werden. Trotz der zahlreichen Therapieversuche ist nicht auszuschließen, dass in der Zukunft immunologische Faktoren im Krankheitsmechanismus der ALS nachgewiesen werden. Trotz der zahlreichen offenen Fragen ist im gegenwärtigen Stand der Wissenschaft die ALS eine degenerative Erkrankung und nicht als typische Autoimmunerkrankung anzusehen
