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Ist die ALS in jedem Fall mit Atemnot verbunden?

Eine Atemfunktionsstörung hat zwei grundsätzliche Auswirkungen: Die Verminderung der Sauerstoffzufuhr (verminderte Einatmung) sowie eine übermäßige Anreicherung von Kohlendioxid im Blut (verminderte Ausatmung). Der Mangel an Sauerstoff wird als »Lufthunger« erlebt und kann belastende Symptome hervorrufen.

Bei der ALS steht jedoch der Sauerstoffmangel nicht im Vordergrund. »Atemnot« und »Lufthunger« sind daher nur selten vorhanden. Aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut kommt es bei einer ALS-bedingten Atemfunktionsstörung zuerst zu einer Anreicherung von Kohlendioxid – noch bevor ein Sauerstoffmangel entsteht. Die übermäßige Anreicherung von Kohlendioxid (Hyperkapnie) führt zu einer Müdigkeit und Schläfrigkeit, die sich (in Abhängigkeit von der Kohlendioxidkonzentration im Blut) bis zu einem Bewusstseinsverlust (Kohlendioxidnarkose) auswirken kann.

Aufgrund der zeitlichen Abfolge von Kohlendioxidanreicherung und Sauerstoffmangel im Blut ist erklärlich, warum Menschen mit ALS zumeist keine »Atemnot« verspüren. Es tritt zunächst eine Müdigkeit auf, die durch Anreicherung von Kohlendioxid erklärt ist. Ein Sauerstoffmangel tritt erst bei einer hochgradigen Atemfunktionsstörung auf. Eine Atemnot wird nicht oder nur reduziert wahrgenommen, da sie durch die Kohlendioxid-bedingte Müdigkeit überdeckt wird.

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