Was ist eine Kontraktur?
Unter einer Kontraktur ist die Verkürzung von Muskulatur und Sehnen zu verstehen, die durch Inaktivität von Muskulatur oder durch eine hochgradige Muskelanspannung (Spastik) entsteht. Beide Entstehungswege sind bei der ALS möglich und eine häufige Problematik. Kontrakturen entstehen typischerweise an den Händen, im Ellenbogengelenk und Schultergelenk und betreffen zumeist die Beugerfunktion. Die Hände sind »zusammengekrallt«, der Ellenbogen in der Beugeposition fixiert oder der Arm an den Rumpf gepresst. An den unteren Extremitäten dominiert eine Spitzfußstellung, die durch eine Verkürzung der Achillessehne und anderer Muskelgruppen entsteht.
Eine intensive Physiotherapie oder der Einsatz therapeutischer Bewegungsgeräte zielt darauf ab, Kontrakturen zu verhindern oder zumindest in ihrer Ausprägung abzuschwächen. Orthesen (altgriechisch: »aufrecht«) sind Hilfsmittel, die der Stabilisierung und Positionierung von Extremitäten und des Rumpfes dienen. Diese Hilfsmittel können auch dazu beitragen, Kontrakturen abzuwenden oder zu behandeln. Mit bestimmten Orthesen (Regressionsorthesen) kann im Einzelfall erreicht werden, bestehende Kontrakturen »aufzudehnen« und abzubauen. Auch Therapietische sowie Elektrorollstühle mit Stehfunktion können dazu beitragen, Kontrakturen in Häufigkeit und Ausprägung zu reduzieren.
